Freitag, 29. August 2014

Gerade angekommen und direkt wieder weg!

In der letzten Zeit ist auf diesem Blog nicht viel passiert, aber dem entsprechend viel bei mir.
Ich wohne mittlerweile seid 2 Wochen in Kabale und hab mich auch soweit ganz gut eingelebt. Ich wohne zusammen mit meinem Vorgänger Thomas, der noch etwa 4 Monate bleibt in einer Gastfamilie, welche mich ganz freundlich aufgenommen hat. Für alle die nicht wissen, wo Kabale liegt, es befindet sich in der Süd/westlichen Spitze von Uganda, in der Nähe zur Ruandischen Grenze. Ich traue mich jetzt einfach mal zu behaupten, dass Kabale der kälteste Ort in Afrika ist, morgendliche Temperaturen um die 10°C sind hier keine Seltenheit.
Landschaftlich ist die Gegend definitiv ein Paradies für Wanderbegeisterte. Um den Ort herum hat man lauter Berge, die man auf direktem Weg besteigen kann. Man sollte aber schon eine gewisse Kondition mit bringen, wenn man dies vor hat, da Kabale schon auf 2000m Höhe liegt.

Zu meiner Wohnsituation kann ich nur sagen, dass es relativ einfach und gewöhnungsbedürftig ist aber es ist trotzdem schön dort zu leben. Warmes Wasser habe ich nicht, was aber, wie ich glaube in Uganda ein echtes Luxusgut ist. Nicht mal die Freiwilligen in Kampala, der Hauptstadt haben warmes Wasser, wenn sie denn überhaupt mal welches haben. Gekocht wird auf dem Boden, mit einfachen kleinen Holzkohleöfen und zu Essen gibt es leider jeden Tag das gleiche: Matoke (Brei aus Kochbananen), Posho (Fest gekochter Maisbrei) mit Bohnen oder Erbsen. Manchmal gibt es auch Reis zur Abwechselung, der mir immer sehr gelegen kommt.

Meine Arbeitsstelle, das ACCT also African College Of Commerce And Technologie (Afrikanisches College für Handel und Technologie) ist nur 2 Minuten Fußweg von meinem Zuhause entfernt. Ich fühl mich dort tierisch wohl, ich kann mir meine Arbeitszeiten selbst aussuchen, also im Prinzip kann ich kommen und gehen wann ich will. Meine Aufgaben werden dieses Jahr hauptsächlich darin bestehen, technische Projekte zu Planen und durchzuführen. Ein Beispiel dafür wäre das Windrad, das Projekt von Thomas, bei dem ich mich jetzt eingeklinkt habe. Der Plan ist, das wir eine Windturbine bauen, die 2 Autobatterien laden kann. Mit der Planung sind wir ziemlich weit, nur die Praktische Durchführung geht leider nur schleppend voran, da die Kosten für die Materialien vorerst vom College getragen werden und dadurch jeder Cent zweimal umgedreht werden muss. Bei diesem Projekt ergänzen sich Thomas und ich sehr gut, da er Maschinenbauer ist und ich mich ganz gut mir Elektrik auskenne, wodurch ich ihm bei der elektrischen Planung und Durchführung gut unter die Arme greifen kann.
Als meine eigenen Projekte habe ich mit Dinge wie einen Solarwassererhitzer und Solarfrüchtetrockner überlegt. Bei dem Bau von diesen Dingen, kann ich mit auch Schüler vom College dabei holen und Ihnen zeigen wie man diese Dinge baut, damit sie es nachbauen oder zumindest wissen wie es funktioniert.

Letztes Wochenende habe ich meine erste kleine Reise unternommen. Zuerst ging es am Freitag mit dem Bus 6,5 Stunden lang nach Kasese, wo ich einen anderen Freiwilligen besucht habe. Am nächsten Morgen ging es mit Ihm zusammen in Richtung Kampala, wo wir auf einem Geburtstag eingeladen waren. Diese Fahrt dauerte auch wieder 7 Stunden aber mit der Zeit gewöhnt man sich an das lange Rumsitzen. In Kampala angekommen dauerte es dann noch 1,5 Stunden bis wir in dem Vorort Mperewe, dort wo wir eingeladen waren, angekommen sind. Es war schön dort die ganzen anderen Freiwilligen mal wieder zu sehen und unsere ersten Erfahrungen auszutauschen.
Geplant war, dass ich noch ein paar Tage länger in Kampala bleibe, damit ich Informationen über Laderegler und Epoxidharz für das Windrad einholen kann und dann am Mittwoch wieder nach Hause fahre. Spontan bin ich dann aber an dem Sonntag Abend mit einem Freund nach Jinja in seine Wohnung gefahren und am Montag Abend wieder zurück nach Kampala, wodurch sich meine Besorgungen allein auf den Dienstag verschoben haben. Zum Glück kam nichts dazwischen, somit ich dann am Mittwoch wie geplant wieder nach Hause fahren konnte.
Um euch einfach mal einen Überblick zu geben, die Entfernung zwischen Kabale und Kampala beträgt rund 400 Km und kostet mit dem Bus 25.000 UGX (7,30€). Insgesamt habe ich an Fahrtkosten um die 27€ ausgegeben, was ich für insgesamt 1250 Km nicht viel finde.

Ich denke, dass einige gerne ein paar Fotos von meiner Umgebung und meiner Reise sehen würde also tue ich euch nun mal den Gefallen.
Das Haus, in dem ich mit meiner Gastfamilie wohne. Das Fenster ganz links ist mein Zimmer.
Mein Zimmer, ein Doppelbett und ein kleiner Schreibtisch.

Mein Zimmer nochmal aus einem anderen Winkel
Meine Werkstatt, klein aber fein.
Meine Werkbank, klein und unaufgeräumt aber ausreichend. Zur Not gibt es auch noch größere auf dem Campus.

Kaese wirkt am frühen Morgen wie eine verlassene Westernstadt.
Der Blick zurück durch die Straßen von Kasese ist ähnlich wie der vor meiner Haustür. 
Kleiner Stopp wegen einer Motorpanne auf dem Weg zwischen Kasese und Kampala 
Richard, ein befreundeter Uganda hat sich am Sonntag dazu bereit erklärt für uns zu kochen.

Ich finde es ist einfach ein sehr gelungenes Foto.
Die Arbeitsstelle von Tobias in Jinja. Es handelt sich um eine Zigelpresse.
Tobias am schaffen.
Der Traumhafte Blick durch ein Dorf in der Nähe von Jinja.
Ein Foto was viele als klassisch Afrika bezeichnen würden. Normalerweise wollte ich solche Fotos nicht hochladen aber ich finde es ist einfach gut gelungen.



Schönen Gruß Jan





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