Samstag, 4. Oktober 2014

Zwischen Feiern, gutem Essen und der Hitze des Schweißens

Gerade dachte ich so drüber nach, wann ich denn meinen letzten Eintrag hier geschrieben hab. Ich hätte nie gedacht, dass es jetzt schon über einen Monat her ist. Ich muss aber sagen, dass die Zeit hier echt wie im Flug vergeht. Ich fühle mich hier richtig wohl und die Arbeit könnte nicht besser laufen. Mit dem Windrad Projekt sind wir jetzt um einiges weiter, da ein paar Bauteile, die mir meine Eltern geschickt haben und eine die Spende eines Ladereglers aus Amerika nun endlich angekommen sind. Im Prinzip müssen wir jetzt nur noch Gießharz aus Kampala besorgen, dann können wir es endlich fertigstellen. (Zumindest so die Planung)
Die Spulen im Stator der Windturbine. Muss nur noch mit Gießharz in die Form gegossen werden.

Schweißen des Grundgestells der Windturbine.
Das Grundgestell mit Windfahne.
Gilbert (ein Kollege) hilft uns beim bearbeiten der Rotoren.
Die fertigen Rotoren (Durchmesser: 1,2m)
Mittlerweile habe ich auch angefangen, mein eigenes Projekt zu Planen. Ich habe vor einen Solar Wassererhitzer zu bauen. Der grobe Plan sieht wie folgt aus: 

Ich hoffe das es einigermaßen verständlich ist. Wenn nicht, könnt ihr mich auch gerne persönlich fragen.

Die Rohre im Kollektor werden schwarz gestrichen, damit sie die Wärme der Sonne bestmöglich aufnehmen. Unter anderem werden die Rohre von unten Isoliert und von oben durch eine Glasscheibe vor Wind und Regen geschützt. Ob die Rohre nun aus Metall sein müssen oder ob es reicht die aus Plastik zu verwenden, muss ich noch durch einen Test herausfinden.
Im großen Tank und im Solarmodul befindet sich am Morgen kaltes Wasser. Sobald die Sonne dann auf das Solarmodul scheint, erhitzt sich das Wasser in den Rohren. Glaubt man jetzt der Physik, so müsste das erwärmte Wasser nach oben in den Tank steigen und sich dort sammeln. Vom Tank her fließt nun kaltes Wasser in den Kollektor nach, welches sich wieder erhitzt und in den Tank zurück fließt. Es entsteht ein natürlicher Kreislauf, der erst aufhört, wenn sich das gesamte Wasser im Tank erwärmt hat.
Um nun schon warmes Wasser nutzen zu können, bevor sich der gesamte Tank erwärmt hat, muss der Warmwasseranschluss sehr weit oben im Tank sitzen.




Außer dieser Projekte ist in letzter Zeit noch viel anderes passiert:

Zum Beispiel war ich über ein langes Wochenende in Entebbe eingeladen bei zwei Freunden. Die beiden heißen Brian und Richard und sind beides Rastas. Richard ist ein leidenschaftlicher Koch und das schmeckt man auch. Er hat uns zu sich in sein Haus auf den Hügeln über der Großstadt eingeladen und extra für uns eine Ziege schlachten lassen. Insgesamt waren wir 6 Leute und haben uns das ganze Wochenende nur von dieser Ziege ernährt.
Von rechts: Brian, Jacob, Richard, Ich

Das Haus von Richard (er wohnt da nicht ganz alleine, er teilt sich die Miete mit zwei anderen)
Richard und Richard beim Kochen hinterm Haus. Alles wurde auf Holzkohleöfen zubereitet.
Eines seiner Werke. Frittiertes Ziegenfleisch mit Pommes. Ist zwar nicht besonders aufwendig aber dafür um so besser. An den anderen Tagen hatte wir eine so große Auswahl an Speisen, sodass ich nicht mal alles probieren konnte.

Danach bin ich noch für ein paar Tage nach Jinja gefahren, weil ich den Nil unbedingt noch bei schönen Wetter sehen wollte und es hat sich gelohnt!

Der wunderschöne Blick auf den Nil.
Der Affe hat zum Glück mal einen Moment still gehalten.
Egal wo man ist, jeder hier in Uganda spielt abends Pool.


Eine weitere große Sache in der letzten Zeit war die Graduation letztes Wochenende hier am College. Die Graduation ist eine riesen Feier, an der alle Schüler, die im letzten Jahr ihren Abschluss gemacht haben ihr Zeugnis bekommen. Dieses Jahr wahren es mehrere hundert Schüler.
Zu diesem Anlass haben wir auch unser Windrad, soweit es schon ging aufgebaut und vorgetellt.

Der Ort des Geschehens am morgen. Noch ist alles leer und die Vorbereitungen laufen.
Gefühlte 100 Kameras waren vor Ort um alles festzuhalten.
Thomas, dabei unsere Windturbine vorzustellen. 
Einer der Showacts.


Die nächste Große Sache, die geplant ist, ist eine Reise durch den Norden von Uganda. Mit 4 anderen Freiwilligen, unter anderem auch Thomas wollen wir eine Auto in Kampala mieten und dann folgende Route abfahren: 



Kampala – Mbale – Sippi – Karamoja – Kidepo – Kitgum – Gulu - Karuma Falls - Kampala




Ich werd euch nach der Reise berichten, wie es war.

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